Meine kleine Welt der Kunst.
Prints? Schreib mir.

Inner lines
Meine Arbeiten entstehen aus einzelnen Karten.
Ich arbeite mit Abzug, Abdruck, Kleben, Abfärben.
Ich setze Dinge zusammen, lasse Linien darüber laufen und reiße sie wieder auseinander.
Es bleibt trotzdem etwas verbunden.
Linien ziehen sich durch alles.
Als Spur, als Schrift, als etwas, das ich suche und immer wieder neu entwickle.
Nicht ganz lesbar, eher ein Dazwischen.
Die Arbeiten haben mehrere Ebenen.
Oberfläche, Schichten, das, was durchscheint.
Man sieht nie alles gleichzeitig.

Widersprüche
Es gibt Brüche und Widersprüche.
Bilder, die nicht ganz stimmen.
Erinnerungen, die sich anders erzählen lassen.
Wie eine Postkarte, auf der alles leicht wirkt – obwohl es das nicht ist.
Mich interessiert, was haften bleibt.
Was sich nicht einfach lösen lässt.
Und was passiert, wenn man es trotzdem verschiebt.
Zwischen Glitzer, Oberfläche und etwas Tieferem.
Und gleichzeitig etwas Schweres, das immer mitläuft.

Heimat
Es geht um Bewegung.
Um den Fluss von Dingen – Farben, Gedanken, Geschichten.
Etwas läuft durch, verändert sich, taucht woanders wieder auf.
Ruhrgebiet, Rheinland, Berlin, Polen.
Geteilte Städte.
Und die Frage, was eigentlich Heimat ist, wenn sie sich ständig verschiebt und verloren geht.
Die Teile funktionieren wie ein offenes Puzzle.
Sie gehören zusammen und auch nicht.
Man kann sie immer wieder neu legen.

Identität
Die Arbeiten stellen Fragen, die immer wiederkommen.
Was kann ich verändern?
Was lässt sich nicht rückgängig machen?
Was gefällt mir – und was, wenn anderen nicht?
Inner lines ist kein fertiges System.
Eher ein Prozess.
Zwischen Zusammenhalten und Loslassen.
Zwischen Auseinandergehen und Neuordnen.
Und dem Versuch, sich darin selbst irgendwie zu verorten.
Prologue
“Zwischen Pfann- und Eierkuchen“
– Ulrike Bösel –
Ich wusste lange nicht, dass mir etwas fehlt.
Nicht, bis es da war.
Eher ein Gefühl als ein Gedanke.
Wie Heimweh nach etwas, das keinen festen Ort hat.
Ich bin dazwischen aufgewachsen.
Zwischen Ost und West, zwischen dem, was erzählt wird und dem, was sich anders anfühlt.
Einheitskind, theoretisch.
Aber was, wenn diese Einheit nie ganz angekommen ist? Weder hier noch in mir?
Manchmal vermisse ich etwas.
So eine Art Zuhause, das sich leicht anfühlt.
Nach Sommerabenden mit Berliner Weiße und Waldmeistersirup, nach Gesprächen, die nichts klären müssen.
Stattdessen bleiben Fragen.
Die immer wieder auftauchen.
“Wie viele Tränen passen in einen Kanal?”
“Was heilt die Zeit?”
“Warum wacht man auf?”
Die leichten Fragen eben.
Ich kenne diese Stimme.
Aus dem Radio, aus dem Auto, aus der Kindheit.
Sie hängt zusammen mit Orten, mit Stimmungen, die schwer sind.
Und gleichzeitig gibt es diesen Wunsch nach einem neuen Raum.
Weniger dieses Zurück.
Mehr Gegenwart.
Mehr Jetzt.
Gallerie
Hier gibt es weitere Impressionen.



